Hereinspaziert! Im Flur empfangen wir Freunde und Familie, er ist der Ort des täglichen Nach-Hause-Kommens und ein Experimentierfeld für außergewöhnliche Ideen. Schön soll er sein, weil hier der erste Eindruck entsteht. Er muss aber auch allerlei Anforderungen erfüllen: Jacken und Mäntel wollen ordentlich verstaut werden, Schlüssel und Sonnenbrille sollen stets griffbereit sein. Wie man seinen Flur praktisch und zugleich schön gestalten kann? Wir geben 7 Tipps!

Moderner hölzerner Kleiderschrank mit hängenden Kleidern auf einer Stange in einem begehbaren Kleiderschrank Design Interieur.
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1. Planung ist alles: So wird der Flur wohnlich und funktional

Am Anfang einer jeden Neu- oder Umgestaltung steht die Planung. So auch beim Flur, der nicht nur optisch etwas hermachen, sondern auch unbedingt dem Alltag standhalten sollte. Dabei gilt es nicht nur, ein cleveres Ordnungssystem zu etablieren, sondern oft auch ungünstige Raumverhältnisse auszugleichen. Es empfiehlt sich daher, zu Beginn eine Bestandsaufnahme zu machen:

  • Wie viel Platz bietet mein Flur?
  • Wo gibt es Nischen oder Ecken, die für Stauraum genutzt werden können?
  • Wie viel Kleidung, Taschen und Schuhe sollen untergebracht werden?
  • Sollen auch sehr große Gegenstände wie ein Kinderwagen oder ein Fahrrad Platz
    im Flur finden?
  • Wie sollen Schlüssel, die Post oder andere Kleinigkeiten verstaut werden?
  • Soll es eine Sitzgelegenheit im Flur geben?
  • Wie viel Platz muss zum Passieren des Flurs freigehalten werden?

Eine umfangreiche Liste erleichtert die Planung und hilft bei der Auswahl der richtigen Möbel. Denn nur, wenn auch wirklich jeder Gegenstand seinen Platz hat, kann Chaos im Flur später vermieden werden.

2. Garderobe, Schuhschrank, Regale: Flurmöbel für mehr Stauraum

Eine stilvolle und funktionelle Abstellkammer mit Schieferfliesenboden, weißen Schränken und einer Sitzbank aus Naturholz mit schwarzen Metallhaken darüber
Kommoden und Sidebords eignen sich besonders, um einen Flur einzurichten. © Anastasilia – adobe.stock.com

Hat man sich einen Eindruck über die Raumverhältnisse und seinen persönlichen Stauraumbedarf verschafft, kann es an die Möblierung des Flurs gehen. Dabei kommen unterschiedliche Varianten infrage:

Kommoden und Sideboards eignen sich vor allem, um einen etwas größeren Flur einzurichten. Sonst wirkt er schnell sperrig und ungemütlich. Wer lieber auf Regale setzt, sollte bedenken: Komplett offen gehalten, können sie schnell unordentlich wirken. Daher sollten die Regalfächer nach Möglichkeit mit Kisten ausgestattet werden, in denen sich Mützen, Schals und andere Accessoires ordentlich verstauen lassen.

Als Ordnungshüter für Jacken und Mäntel nimmt die Garderobe eine zentrale Rolle ein. Für einen kleinen Flur eignen sich Wand-Garderoben oder hohe Garderobenschränke hervorragend. Damit spart man viel Platz und die Fläche wirkt größer. Wer nur wenige Jacken im Flur deponieren will, kann auch auf einen freistehenden Garderobenständer setzen.

Auch Schuhe wollen ordentlich verstaut werden! Moderne Schuhschränke, in denen die Schuhe hochkant und herausklappbar gelagert werden, sind echte Platzsparer, weil sie mehr in der Höhe als in der Breite Platz beanspruchen. Für große Schuhe oder Stiefel sind sie jedoch oftmals nicht geeignet. Mehr Platz bieten hier spezielle Schuhkommoden oder Regale mit verschiedenen Fächern.

Wenn die Auswahl der richtigen Flurmöbel schwer fällt, können auch Einbaulösungen vom Schreiner eine gute Idee sein. Da sie in hoher Qualität maßangefertigt werden, eignen sie sich perfekt, um trotz ungünstiger Raumverhältnisse ausreichend Stauraum zu schaffen. Auch Nischen und Vorsprünge können mit Einbauten clever genutzt werden. Bei weiteren Ideen kann der Schreiner vor Ort behilflich sein.

ein weißer Flur, der zu den Zimmern der Wohnung führt
Unterschiedliche Lichtquellen lassen einen Flur wohnlich wirken. © Lasvu – stock.adobe.com

3. Licht richtig einsetzen: Die optimale Beleuchtung

Geht es an die Lichtgestaltung im Flur, gilt: Die Mischung macht’s! Da viele Flure fensterlos sind, ist ein helles Deckenlicht, das beim An- und Ausziehen hilft, unerlässlich. Hier können auch flexible Deckenstrahler zum Einsatz kommen, die für eine ausreichende Grundbeleuchtung im Flur sorgen.

Als zweite Lichtquelle eignen sich dimmbare Wandleuchten oder Tischleuchten, die auf einem Sideboard oder Regal platziert werden können. Sie schaffen eine behagliche Stimmung und illuminieren den Raum auf sanfte Weise.

Tipp: Die Leuchten für den Flur nicht zu klein oder zu dunkel kaufen! Ein guter Richtwert für den Flur sind 300 Lumen pro Quadratmeter.

4. Mut zur Farbe: Die Wandgestaltung im Flur

Die Wandgestaltung im Flur orientiert sich an seiner Größe und Form.

Kleine Flure können durch knallige Wandfarben oder auffällige Tapeten schnell überladen oder gedrungen wirken. Ein gängiger Trick sind helle Wandfarben oder Pastelltöne. Sie geben dem Flur optisch mehr Weite und wirken gleichzeitig freundlich und einladend. Wer dennoch Farbe in einen kleinen Flur bringen möchte, kann nur eine oder beide Stirnseiten des Flurs streichen und so einen Akzent setzen, ohne das Auge überzustrapazieren. Gleiches gilt auch für farbenfrohe oder gemusterte Statement-Tapeten.

Bei großen Fluren oder solchen, die genügend Tageslicht abbekommen, eignen sich auch dunkle Töne für die Wände sehr gut. Ist der Flur lang und schmal, empfiehlt es sich, nur die untere Hälfte der Wand in einem dunklen Ton zu streichen. Die obere Hälfte bekommt eine helle Farbe. So wirkt der Flur offen und um einiges luftiger.

Wer viele Türen in seinem Flur hat, ärgert sich vielleicht über die unruhige Optik. Abhilfe schafft auch hier ein kleiner Trick: Einfach die Türen in der Wandfarbe streichen! So treten diese optisch zurück und fügen sich besser ins Gesamtbild ein.

ein großer begehbarer Kleiderschrank mit einer Pflanze darin und einem Spiegel an der Wand darüber und einem Teppich auf dem Boden darunter.
Bei großen Fluren oder solchen, die genügend Tageslicht abbekommen, eignen sich auch dunkle Töne für die Wände sehr gut. © Anna – stock.adobe.com

5. Spiegel, Pflanzen, Teppiche: Dekoideen für mehr Gemütlichkeit

Als Eingangsbereich ist der Flur gewissermaßen die Visitenkarte des Zuhauses. Hier bringt man nicht nur Jacken, Schuhe und Schlüssel unter, man möchte auch, dass sich Gäste von Anfang an wohlfühlen. Umso entscheidender also, dass der Flur nicht nur praktisch und funktional gestaltet ist, sondern auch über eine einladende Atmosphäre verfügt. Mit toller Deko, Sitzgelegenheiten und Textilien steht dem nichts mehr im Wege.

Stilvolles, modernes Interieur im Eingangsbereich aus Holz mit gemütlichem Holzton, zeitgenössisches Zuhause, Garderobe im Flur
Eine Bank im Eingangsbereich wird gemütlich und schafft einen einladenden Charakter. © Twopictures – stock.adobe.com

Sitzgelegenheiten

Ein schicker Stuhl, ein gepolsterter Sessel oder eine Bank wirken gemütlich und geben dem Flur einen einladenden Charakter. Auch beim An- und Ausziehen der Schuhe sorgen sie für Extra-Komfort und sind so im Flur eigentlich unerlässlich. In einem kleinen Flur reicht oft auch schon ein einzelner Stuhl oder Hocker, der als besonderes Stück das Augenmerk auf sich lenkt. In größeren Fluren darf es gerne auch eine rustikale Holzbank oder ein gemütliches kleines Sofa sein.

Deko und Bilder

Wo, wenn nicht im Flur, wäre der geeignete Ort für eine tolle Bildergalerie? Gerade in den schlauchartigen Fluren, die man in vielen Wohnungen findet, laden die Wände dazu ein, Bilder in Augenhöhe anzubringen, die beim Vorbeischlendern bewundert werden können. Aber auch besondere Einzelstücke verleihen dem Flur eine individuelle Note. Eine tolle Vase, ein Souvenir von der letzten Reise oder eine Vintagetruhe wirken dekorativ und wohnlich.

Interieur des Flurs mit Schuhständer, Spiegel und Zimmerpflanzen in der Nähe der Lichtwand
Einzelstücke und Urlaubserinnerungen verleihen dem Flur eine individuelle Note. © Pixel-Shot – stock.adobe.com

Spiegel

Nicht nur zum letzten Outfit-Check vor dem Verlassen des Hauses sind Spiegel im Flur ein echter Segen. Gerade in kleinen oder schmalen Fluren wirken sie auch optisch Wunder, da sie einfallendes Licht reflektieren und den Raum so vergrößern. Ein auffälliger Spiegel ist aber auch an sich ein Hingucker und kann sowohl in kleinen als auch großen Fluren zum schicken Dekostück avancieren. Wer einen aufgeräumten, cleanen Look bevorzugt, passt den Rahmen farblich ans Mobiliar an, sodass sich der Spiegel optisch einfügt.

Pflanzen

Grünpflanzen verleihen dem Flur eine angenehm frische Note. Eine schöne Topfpflanze kann zum Beispiel auf einer Kommode oder einem kleinen Bestelltisch platziert werden. Wenn genügend Licht vorhanden ist, können auch ungenutzte Nischen mit Pflanzen verschönert werden. Als pflegeleichte Alternative bietet sich ein hübscher Strauß mit Trockenblumen an – er bleibt ganzjährig schön und braucht keine besonderen Lichtverhältnisse.

Eingangsbereich mit Treppenaufgang. Eine Holzkommode mit Grünpflanzen dekoriert. Auf dem Treppenaufgang steht eine große Vase mit einer Grünpflanze.
Pflanzen verleihen eine frische Note. © Anastasiia – stock.adobe.com

Teppiche

Die Schritte hallen im Flur? Dann ist ein Teppich genau das Richtige, denn er verbessert nicht nur die Raumakustik, sondern lässt den Flur auch wohnlicher wirken und bringt Farbe in den Raum. Ist der Flur lang und schmal, können Läufer zum Einsatz kommen. In kleinen und großen Fluren sind sowohl runde als auch eckige Teppiche möglich. Diese sollten jedoch zur Größe des Raumes passen und diesen nicht überladen. Wichtig ist, dass sich die Haustür problemlos öffnen lässt und der Teppich etwa 15–20 cm Abstand zu den Möbeln einhält.

Heller Eingangsbereich mit Treppenaufgang. Auf den Holzdielen liegt ein schwarz weiß gemusterter Teppich
Ein Teppich verbessert die Raumakustik im Eingangsbereich. ©Vadim Andrushchenko – stock.adobe.com

6. Ordnung halten: So bleibt der Flur immer aufgeräumt

Wer kennt es nicht? Schuhe stapeln sich, das Altpapier läuft über und auf offenen Flächen sammelt sich haufenweise Kleinkram an. Der Flur ist oftmals prädestiniert für Unordnung, da er viele Funktionen auf einmal erfüllt. Die Lösung: Eine clevere Heimkehr-Routine und feste Orte für jeden Gegenstand!

Eine der größten Gefahren für aufgeräumte Flure sind Menschen, die nach Hause kommen. Denn nach einem langen Tag möchte man oft nur noch seine Ruhe und alles im Eingangsbereich von sich werfen. Um hinterher nicht lange aufräumen zu müssen, empfiehlt es sich, hier eine neue Gewohnheit zu etablieren: Beim Reinkommen sollte man einen Moment innehalten, um alles an seinen Platz zu räumen – also die Schuhe auszuziehen und hinzustellen, die Jacke auszuziehen, Schlüssel und Kleinkram wegzuräumen

Auch Dingen ihren festen Platz zu geben, ist eine gute Idee, um stets Ordnung zu halten und beim Verlassen des Hauses nicht unnötig lange nach Autoschlüssel, Handy oder Geldbeutel zu suchen. Am besten behält man bereits bei der Planung des Flurs im Hinterkopf, welche Sachen an welchen Ort kommen sollen und hält sich auch später im Alltag weiter daran.

Zusatztipp: Körbe, Tabletts, Schalen und Hutschachteln immer gruppieren! So wirken auch die schlichtesten Alltagsgegenstände auf einmal schön inszeniert.

7. Lang und schmal oder etwas zu klein: Für jeden Flur die richtigen Tipps

Große Garderobe mit Spiegel in einem dunklen Raum.
Auch bei großen Fluren gibt es Herausforderungen. © Rangga Bimantara – stock.adobe.com

Heimkommen und sich direkt wohlfühlen – genau so wünscht man sich seinen Einrichtungsbereich, doch oft erschweren ungünstige Raumverhältnisse die Einrichtung des Flurs. Das häufigste Problem dabei: Zu wenig Raum oder ein schlauchartiger Grundriss. Doch mit den richtigen Tipps für kleine, schmale, aber auch große Flure kommt jeder Eingangsbereich optimal zur Geltung.

Tipps für einen kleinen Flur

Im kleinen Flur ist Ordnung Pflicht, denn Schuhe, Kleiderberge und Pfandflaschen machen kleine Flure zum unschönen Hindernis-Parcours. Empfehlenswert sind vor allem geschlossene Stauraummöbel, denn sie wirken flächig und damit ruhiger. Sollten Nischen vorhanden sein, diese unbedingt mit Hilfe von Einbauten oder passenden Möbeln nutzen!

Um den Raum optisch zu weiten, ist eine gute Beleuchtung wichtig. Im kleinen Flur sollte daher gleichmäßiges Licht herrschen, das starke Schattenzonen mildert. Hier können zum Beispiel Spots zum Einsatz kommen, die die Zimmerdecke anleuchten.

Tipps für einen langen und schmalen Flur

Helle Farben sind ein echtes Zaubermittel im schmalen Flur: Sie gaukeln Weite vor, indem sie Tageslicht und Kunstlicht reflektieren. Dies gilt nicht nur für die Wandfarbe, sondern auch beim Bodenbelag. Dieser sollte sich in angrenzende Räume durchziehen, denn wechselnde Materialien an den Türschwellen markieren Flurgrenzen unnötig und stauchen optisch.

Damit der lange Flur nicht zur ungeliebten Durchfahrtsstraße wird, kann man mit kleinen Besonderheiten – wie Konsolen, Bildern und Deko – Akzente setzen. Die Garderobe, eine Sitzgelegenheit und alle weiteren Möbel sollten nach Möglichkeit auf einer Seite des Flures angeordnet sein, denn das wirkt geordnet und lässt mehr Raum zum Durchgehen.

Tipps für einen großen Flur

Große Flure bieten sowohl bei der Möblierung als auch bei der Deko mehr Spielraum als kleine oder lange, schmale Flure. Hier kann statt eines einzelnen Stuhls auch ein gemütliches Sofa oder ein dekorativer Tisch stehen, Mustertapeten und auffällige Farben kommen gut zur Geltung.

Doch auch in großen Fluren gibt es spezielle Herausforderungen. Verfügen diese über sehr hohe Decken, wie es oft in Altbauten der Fall ist, kann dies schnell ungemütlich und verloren wirken. Hier lassen sich ungünstige Proportionen ausgleichen, indem man die Decke abhängt. Dafür einfach Stoffsegel über Stangen drapieren. Vor Lichtquellen gehängt, wirken sie auch als Weichzeichner.

Wichtig ist auch, bei der Gestaltung des großen Flurs auf mehrere Lichtquellen zu setzen. Ein starkes Oberlicht ist ein Muss! Bei hohen Decken eignen sich Kronleuchter als Eyecatcher – bei niedrigen Decken eher LED-Leuchten oder kleine Lampen.

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