Jeder Aussteller auf der Heim+Handwerk in München hat seine Geschichte: Die von Kempfle beginnt vor über 150 Jahren in einem kleinen, oberbayerischen Dorf mit einer Schreinerei – heute führen die Urahnen des Schreiners dort ein renommiertes Küchenhaus
Ein Unternehmen, in welchem handwerkliches Können und industrielle Herstellung zu einem perfekten Miteinander verschmelzen – das ist, na klar, eine „Manufabrik“! Zumindest nutzen Simone Kempfle-Kugler und ihr Bruder Maximilian Kempfle diesen Begriff für das Küchenhaus Kempfle, das sie nun in der sechsten Generation führen. Und beschreiben damit ziemlich genau, was ihren Familienbetrieb ausmacht.
Ein Versandhaus bringt die Küchen-Idee
Simone, die Schwester, kümmert sich vor allem um die Sachbearbeitung von Aufträgen bis Lohnabrechnungen für die ungefähr 85 Mitarbeiter, ihr Bruder Maximilian ist eher in der Produktion tätig. In Rohrenfels, einem nicht einmal 2000-Seelen-Ort im oberbayerischen Neuburg-Schrobenhausen, steht das Küchenhaus Kempfle. Und auch wenn die Geschwister heute verantwortlich sind: „Meine Eltern kümmern sich nach wie vor. Sie wollen das gerne und wir können das gut gebrauchen“, sagt Simone. „Wir haben eine gute Familienverbindung – wir besprechen viel zu viert und das klappt zum Glück sehr gut.“
Ein echter Familienbetrieb, der seinen Anfang 1868 nahm, als Bartholomäus Kempfle, der Ururopa von Simones und Maximilians Vater, in Rohrenfels eine Schreinerei gründete. Bartholomäus baut allerlei Möbel für seine Kunden, seine Kinder führen den Betrieb weiter. Als in den 50er Jahren eine Zusammenarbeit mit dem Versandhaus „Quelle“ zustande kommt, befeuert das das Wachstum. Schuhschränkchen und Waschtischschränkchen landen im Katalog – und irgendwann schlägt das Versandhaus vor, doch mal eine Küche zu entwickeln.

Wachstum erfordert Mut
Für das Familienunternehmen bedeutet diese Art von Wachstum immer erst mutige Investitionen in die notwendigen Maschinen zur Fertigung – es hat sich immer gelohnt. In den 90ern bauten die Kempfles an und hatten nun nicht mehr nur mehr Platz zum Produzieren, sondern auch eigene Ausstellungsräume.
Heute können sich Besucher in Rohrenfels auf 800 Quadratmetern über zwei Dutzend Küchenmodelle ansehen, in den unterschiedlichsten Stilrichtungen und Grundrissvarianten. Eine große Auswahl anzubieten ist Kempfle wichtig, um jedem Kunden seinen Küchentraum individuell erfüllen zu können. Ob das Hochglanz oder Holz ist, minimalistischer Beton-Chic oder romantischer Landhaus-Look. Über 70 Fronten hat Kempfle im Angebot. Sie eint die gute Qualität: Hochwertige Materialien, sorgfältig verarbeitet vor Ort in Rohrenfels. Und wer Kempfle vor Ort besucht, kann sich seine Küche inklusive hochwertiger Einbaugeräte bis ins letzte Detail planen lassen.

Individuelle Küchen zum attraktiven Preis
Mit den „Big Players“ der Küchen ist Kempfle nicht zu vergleichen. Aber das Küchenhaus ist auch lange nicht mehr die kleine Meister-Eder-Schreinerei ums Eck, die Bartholomäus einst gegründet hatte – eine Manufabrik eben. Und so haben die Kempfles tolle Angebote für ihre Kunden: „Wir können spezifische Dinge aus der Serienfertigung herausnehmen und Sonderanfertigungen machen – ob das ein angeschrägter Schrank ist oder eine Garderobe in der gleichen Farbe“, sagt Simone Kempfle-Kugler. Eine individualisierte Küche auf Basis ihrer Küchenserien – und preislich deutlich unter einer beim Schreiner beauftragten Küche. „Wir stellen schon fest, dass die Leute sehr viel wert auf Qualität legen momentan und schöne Küchen haben wollen, wie sie sie vielleicht auch bei Pinterest gesehen haben“, sagt Kempfle-Kugler. Trendige Farben wie Sandgrau und Beige wären das momentan, die Hölzer würden wieder ruhiger und schlichter gemustert. „Auch im mittleren Preissegment erleben wir das. Der Kunde möchte das Bestmögliche. Die Küche hat heutzutage einen anderen Stellenwert. Sie ist im Wohnraum integriert und mit allen Extras ausgestattet“, sagt Simone Kempfle-Kugler.
Mit Möbel Höffner auf die Heim+Handwerk
Das Versandhaus Quelle ist mittlerweile Geschichte, aber die Kempfles fanden mit einem anderen großen Namen zusammen: Möbel Höffner. Entstanden ist daraus eine enge Zusammenarbeit, die ein großes Standbein der Kempfles geworden ist. „Wir schätzen die tolle Qualität der verwendeten Materialien sehr, die Produkttiefe, die unseren Kunden viele Möglichkeiten gibt, und nicht zuletzt die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Familie“, sagt Enrico Brinkmeier, Messe-Leitung bei Möbel Höffner. Simone Kempfle-Kugler findet es großartig, dass sich die Kunden bei Höffner nicht nur im Küchenstudio des Möbelhauses beraten, sondern sich auch vom Berater zuhause besuchen lassen können. Es ist eine Partnerschaft, die beide Seiten bereichert – und auf der Heim+Handwerk wird Möbel Höffner eine Kempfle Show-Küche auf ihrer Ausstellungsfläche aufbauen.
Eine Familie hält zusammen
Dass sie selbst einmal in das Familienunternehmen einsteigen würde, war Simone Kempfle-Kugler immer klar. „Unsere Eltern haben das gar nicht forciert, aber für uns stellte sich die Frage nicht“, sagt sie. Die Geschwister haben beide Kinder, aber die sind noch klein. „Soweit denken wir nicht. Wir meistern unsere Herausforderungen von Jahr zu Jahr“, sagt Simone Kempfle-Kugler. „Vor allem wünschen wir uns natürlich, dass wir noch viele Jahre Küchen anfertigen dürfen.“





