Das Wohnzimmer ist das Herzstück einer jeden Wohnung, denn hier kommt die Familie zusammen und verbringt gemeinsam entspannte Stunden: Es wird gelacht und gespielt, gelesen, gefeiert und ferngesehen. Die Wohnzimmereinrichtung sollte daher nicht nur funktional sein, sondern auch den Gemütlichkeitsfaktor erhöhen und bestenfalls die Persönlichkeit der Bewohner widerspiegeln.

Wie die Gestaltung des Wohnzimmers am besten gelingt und worauf man dabei achten sollte, erklärt der folgende Ratgeber.

Wie viele Personen nutzen den Wohnraum und wie? Am Anfang der Planung ist es wichtig die eigenen Bedürfnisse zu ermitteln. Foto: solebich

1. Die richtige Planung

Der erste Schritt in der Gestaltung des Wohnzimmers liegt wie so oft in der Planung. Wie viele Personen werden das Zimmer nutzen und welche Bedürfnisse haben sie? Soll es eine Spielecke für Kinder geben oder der Esstisch in den Raum integriert werden?

Diese und weitere Fragen helfen im Vorfeld dabei, dem Raum eine erste Richtung zu geben. Auch die Auswahl der benötigten Möbel wird so erleichtert. Die unterschiedlichen Bereiche des Zimmers sollten räumlich und optisch voneinander getrennt sein und trotzdem ein harmonisches Ganzes bilden.

Farbkarten, Fotos und Artikel aus Magazinen sowie Stoffmuster helfen bei der Planung. Auch Moodboards schaffen Klarheit.

Tipp: Auf der Heim+Handwerk beraten Innenarchitekturstudierende und Dozenten der Hochschule Coburg bei planwerk kostenfrei anhand des eigenen Wohnungsgrundrisses. Mit frischem Blickwinkel haben sie viele Ideen zur Gestaltung der Wohnräume.

2. Den perfekten Wohnzimmerstil finden

Bevor man sich ans Neugestalten des Wohnzimmers wagt, sollte man sich die Frage nach dem gewünschten Einrichtungsstil stellen. Schließlich soll das Raumkonzept am Ende harmonisch wirken, Möbel und Accessoires ein stimmiges Ensemble ergeben. Soll es geradlinig und minimalistisch werden wie im skandinavischen Stil oder lieber rustikal in Richtung Landhaus gehen? Ist der Midcentury Look mit Vintagemöbeln das Richtige oder möchte man sich lieber natürlichen Boho-Flair ins Zuhause holen?

Wer sich bei seiner Auswahl noch nicht ganz sicher ist, kann mithilfe einer Ideensammlung oder eines Moodboards Klarheit gewinnen. Ob Schnipsel aus Mode-, Kunst- oder Wohnmagazinen, Fotos oder Stoffe – gesammelt wird, was gefällt. Auch das Internet bietet eine fast unerschöpfliche Inspirationsquelle, zum Beispiel auf Blogs, sozialen Medien oder in Lookbooks der Lieblingshersteller. Mit Hilfe einer Collage kann dann der Wohnstil visualisiert werden, indem die unterschiedlichen Ideen angeordnet und zu einem Gesamtbild verbunden werden. Hierbei kommen oft bereits bestimmte Farb-, Stoff-, Möbel- und Materialvorzüge zum Vorschein, an denen man sich bei Gestaltung des Wohnzimmers orientieren kann.

Es gilt den persönlichen Einrichtungsstil zu finden: modern, rustikal oder im Skandinavischen Stil? Das entscheiden die persönlichen Vorlieben. Am Ende soll das Raumkonzept in sich stimmig sein.

3. Wohlfühlfarben und Materialien

Kaum etwas beeinflusst die Stimmung und Wirkung von Räumen so sehr wie Farben. Mit Textilien, Möbel-, Wand- und Bodenfarben lassen sich bestimmte Eindrücke erzielen. Farbpaletten und Parkettmuster bieten hier eine gute Übersicht und man kann sich die Farben, die am besten gefallen, direkt herauspicken. Damit der rote Faden trotz der vielen Bestandteile im Wohnzimmer erhalten bleibt, sollte ein durchgängiges Farbkonzept erstellt werden. Idealerweise dominieren zwei bis drei Hauptfarben, die im ganzen Raum immer wieder aufgegriffen werden.

Zwar unterliegt die Farbwahl am Ende dem persönlichen Geschmack, doch auch die Größe des Raumes spielt eine entscheidende Rolle. Knallige Farben sind eher für größere Räume oder für einzelne Flächen geeignet, während hellere Töne sehr gut kleinere Räume in Szene setzen. Akzente setzt man am besten mit abgestimmter Dekoration und Wohnaccessoires wie Teppichen, Kissen und Bildern. Diese sorgen für optische Verbindungen und Gemütlichkeit.

Auch die verwendeten Materialien und Bodenbeläge sollten auf das übrige Raumkonzept abgestimmt werden. Möchte man eine warme Optik, die von Holz und anderen Naturmaterialien bestimmt wird? Oder wird eine mediterrane Atmosphäre mit Fliesen oder Steinböden angestrebt? Oder doch lieber Loft-Flair mit vielen Glas- und Metallelementen? Um einen ruhigen Raumeindruck zu gewährleisten, sollte auch hier auf Einheitlichkeit gesetzt und nicht zu viel Verschiedenes miteinander vermischt werden.

Ein Sofa ist ein idealer Blickfang im Raum.

4.       Die Möbel: Der Raum braucht einen Mittelpunkt!

Ein Mittelpunkt reguliert das Gleichgewicht, lenkt den Blick und vermittelt dadurch Ruhe im Wohnzimmer. Zur Grundausstattung der meisten Wohnzimmer gehören bequeme Sitzmöbel. Ein großzügiges Sofa bietet sich als Hingucker-Möbel an, das genügend Platz für die ganze Familie bietet und zu einer entspannten Atmosphäre beiträgt.

Konstellationen vis-a-vis, über Eck oder in Kombination mit einem Sessel lockern das Gesamtbild auf und verleihen dem Wohnzimmer einen kommunikativen Charakter.

Couch- oder Beistelltische sind sind nicht nur dekorativ, sondern auch praktisch: Sie bieten Dekofläche für Accessoires, Bücher und Zeitschriften, positionieren die Tasse Kaffee oder die Fernbedienung und tragen gleichzeitig zur stimmigen Gesamtkomposition bei.

Auch Stauraummöbel dürfen im Wohnzimmer nicht fehlen. Statt wuchtiger Wohnzimmerwände setzt man heute meist lieber auf luftige Aufbewahrungsmöbel: Sideboards, Lowboards oder Kommoden geben dem Raum Weite. Offene Regale bieten eine tolle Dekofläche für die liebsten Wohnaccessoires wie Vasen, Schalen oder Kerzenständer, geschlossene Aufbewahrungsmöbel hingegen sorgen für eine ruhige Optik.

Offene Regale im Wohnzimmer wirken weniger wuchtig und geben dem Raum Weite.

5. Mehr Gemütlichkeit durch Textilien

Textilien wie Vorhänge, Kissen oder Teppiche sorgen nicht nur für eine bessere Raumakustik, sie bringen auch Gemütlichkeit und Wärme in das Wohnzimmer. Kuschelige Plaids aus Wolle, Fell oder Filz passen zu jeder Art von Sitzmöbel und verstärken das Gefühl von Entspannung und Wohnlichkeit. Aber auch edle Materialien wie Kaschmir oder Seide machen Sofa oder Sessel noch einladender. Mit bunten Kissen oder Tagesdecken lassen sich selbst in neutral gehaltenen Räumen Farbakzente setzen oder ganz einfach verändern. Auch ein Mix kann charmant sein, sollte aber nicht aus zu vielen verschiedenen Farbtönen oder Mustern bestehen, da sonst schnell optische Unruhe entsteht.

Ein flauschiger Teppich erzeugt ein Gefühl von Behaglichkeit und Sicherheit. Besonders neutrale, helle Teppiche oder ruhige Muster funktionieren in nahezu jedem Wohnzimmer. Stimmig wirkt es, wenn der Wohnzimmerteppich unter den Vorderbeinen des Sofas und auch vollständig unter dem Couchtisch platziert wird. Auch die Größe des Teppichs spielt eine Rolle, denn er sollte weder untergehen noch den Raum optisch zu sehr vereinnahmen. Als Faustregel gilt: Der Teppich sollte maximal die Länge des Sofas plus zwanzig Zentimeter auf beiden Seiten haben.

Textilien wie Teppiche und Kissen sorgen für Gemütlichkeit.

6. Stimmungsvolle Beleuchtung

Auch die Beleuchtung spielt bei der Wohnzimmereinrichtung eine große Rolle, denn sie sorgt für eine angenehme Raumatmosphäre. Dabei ist eine Mischung aus fünf verschiedenen direkten und indirekten Lichtquellen die optimale Lösung. Ob Stehleuchte, Tischleuchte oder purer Kerzenschein – jede Lichtquelle trägt zur Wohnlichkeit im Raum bei! Natürliches Licht am Tag ist ein aktiver Motivationsverstärker, abends soll es allerdings eher gedämpft zugehen.

Zimmerpflanzen bringen Leben in den Raum und verbessern gleichzeitig die Luftqualität.

7. Persönliche Akzente setzen

Manchmal sind es vor allem die kleinen Dinge, die einem Wohnzimmer eine persönliche Note verleihen und es noch gemütlicher machen. Wandbilder, Lieblingsaccessoires oder Souvenirs der letzten Reisen spiegeln die Bewohner eines Zuhauses wider und verleihen den Räumen so Charakter. Auch Zimmerpflanzen oder Fundstücke aus der Natur werten das Wohnzimmer optisch auf und verleihen ihm Leben und Frische.

Tipp: Verschiedene Dekostücke wirken ruhiger, wenn sie gruppiert angeordnet werden, zum Beispiel ein Kerzenensemble auf einem hübschen Tablett.

Sie haben nur wenig Platz und wollen es trotzdem richtig gemütlich? Im Themenspecial Kleine Räume finden Sie kreative Ideen zur Gestaltung.