Wie heizen wir morgen?

Im Winter mögen's nicht nur manche heiß: Doch rentiert sich eine neue Ölheizung überhaupt noch, wenn in 20, 30 Jahren der Rohstoff vielleicht schon komplett aufgebraucht ist? Vielleicht brauchen wir in deutschen Gefilden bis dahin, dank der Erderwärmung, im Winter auch gar keine Heizung mehr im Hause. Gedanken zu zukunftsweisenden Heizideen.

Heizung der Zukunft

Hierzulande werden kaum noch Ölheizungen eingebaut, meist nur um Bestandsanlagen zu ersetzen. Gasheizungen könnten diesem Beispiel bald folgen. So sehen zumindest die Prognosen einiger Energieexperten aus.

Die fossilen Brennstoffe, an die wir mit dem derzeitigen Stand der Technik herankommen, reichen noch höchstens 50 Jahre. 

Doch welche Heizmöglichkeit ist die zukunftsweisendste? Viele Energieexperten schwören auf Strom! Doch nicht etwa in altmodischen und energieverschwenderischen Nachtspeicheröfen - die Wärmepumpe ist hier das Stichwort.

Damit sie wirklich energetisch neutral sind, muss erst noch einiges auf dem Feld der Erneuerbaren Energien passieren: Deren steigender Anteil im Strommarkt verbessert die ökologische Bewertung der elektrischen Wärmepumpensysteme gegenüber den konventionellen Öl- und Gaskesseln zusätzlich.

Laut Angaben der Deutschen Energie-Agentur (dena) haben Wärmepumpen bei Neubauten bereits einen Marktanteil von rund 30 Prozent, Tendenz steigend.

Heizen 2.0: Smarte Lösungen

Eine große Veränderung in Sachen Heizung verdanken wir der Digitalisierung: Smart Home, also moderne Steuersysteme für die Wohnung per Tablet oder Smartphone, versprechen uns mehr Energieeffizienz zuhause. Auch in der Mietwohnung!

Es gibt unzählige Anbieter auf dem Smart Home-Markt, die sich der Heizthematik widmen. Meist ist eine intelligente Steuerung der Thermostate oder des Heizkessels per App inkludiert. So kann man vom Sofa, aber auch von unterwegs direkt die Temperatur in der Wohnung steuern - und damit sparen.

Die Hersteller versprechen eine Verringerung der Heizkosten zwischen 220 und 330 Euro pro Jahr; in einem Haus sogar noch wesentlich mehr.

Smarte Heizsysteme werden in Zukunft sicher zur Grundausstattung einer jeden Heizung gehören. Nicht nur für die persönliche Energieersparnis sind sie jetzt eine Option, auch um der Ressourcenverschwendung entgegenzuwirken.

Zukunftsweiser Dänemark

Wir schreiben das Jahr 2050 und ein kleines Königreich im Norden hat das Unmögliche möglich gemacht: Ganz Dänemark ist grün.

Nicht etwa seine Landschaft im Frühjahr, sondern es ist offiziell das erste europäische Land, das vollständig unabhängig von fossilen Energieträgern ist. Beim Heizen, im Verkehr und im Stromsektor!

Die dänische Königin Margrethe II. meint es ernst mit der Energiewende: Seit 2013 ist die Installation von Öl- und Erdgaskesseln in Neubauten verboten.

Ab 2016 gilt das Verbot sogar für bestehende Ölkessel. Über 60 Prozent der Häuser werden derzeit bereits mit Fernwärme beheizt, 40 Prozent davon aus Erneuerbaren Energien.

"Den grønne omstilling" - die "grüne Umstellung" - wird die Energiewende auf Dänisch genannt. Die dänische Hauptstadt Kopenhagen soll bereits bis zum Jahr 2025 CO2-neutral sein und mit gutem Beispiel vorangehen.

Einen Joker für die Wärmeumstellung hat Dänemark im Vergleich zu Deutschland jedoch: den Wind. Denn Dänemark plant einen massiven Ausbau der Elektrowärmepumpen.

Weil die Dänen den Überschuss ihres Stroms aus Windkraftanlagen nutzen wollen, bietet sich die effiziente Verwendung zu Heizzwecken mittels Elektrowärmepumpen an. In diesem Sinne: "Held og lykke" - Viel Erfolg!