Große Städte, kleine Räume

Münchens kleinste Wohnung hat eine Wohnfläche von lediglich fünf Quadratmetern. Neubauten mit hauptsächlich Ein- bis Zwei-Zimmer-Apartments werden in Städten wie Berlin, Hamburg oder der bayerischen Landeshauptstadt in jeglichen Luxusabstufungen aus dem Boden gestampft. Dass Wohnen auf kleinem Raum keinen Abstrich in Sachen Wohnkomfort und Design bedeuten muss, zeigen wir in diesem Kapitel.

Klein Wohnen in der großen Stadt

Der Grundriss muss stimmen

Das 1x1 für kleine Räume

Klein Wohnen in der großen Stadt

Wohnen auf acht Quadratmetern - in New York nichts Neues. Doch auch in Deutschlands Millionenstädten Berlin, Hamburg, München und Köln ist der Wohnraum pro Einwohner kleiner als im Rest des Landes. Und teurer. Mehr als 50 Prozent aller Haushalte in München sind Single-Wohnungen. Ähnlich ist es in anderen Städten.

Die wenigsten Single-Haushalte entsprechen der großzügigen Altbauwohnung mit Schwingtüren, Stuck und Balkon inmitten der City, von der man immer geträumt hat. Münchens kleinste Wohnung befindet sich im beliebten Stadtteil Schwabing, in bester Lage gleich neben dem Englischen Garten: Ein Wohnwürfel mit einer Wohnfläche von fünf Quadratmetern. Wie das geht? Über dem Eingang der Studentenbude schwebt der Duschkopf, das Bett kann einfach weggeklappt werden und überhaupt ist der Wohnwürfel voller intelligenter Möbel. 

Auch international sind kleine Apartments für eine Person nicht mehr vom Wohnungsmarkt wegzudenken: In London wurde jüngst über ein Mini-Apartment berichtet, in dem das Bett direkt neben der Toilette steht - für charmante 620 Euro im Monat. 

Noch weiter geht der Trend zu Tiny Houses - also wirklich winzigen Häusern: Sie verschlingen weniger Ressourcen, bieten wenig Stauraum für Konsumgüter und finden auch in überfüllten Städten Platz - auf Parkplätzen zum Beispiel.

Der Vorteil: Da sie höchstens zehn Quadratmeter Wohnfläche bieten, fallen Tiny Houses noch nicht unters Baurecht, sondern unter die Straßenverkehrsordnung. Man kann sie ganz leicht von A nach B transportieren - in etwa wie einen Wohnwagen. In Berlin gibt es sogar eine Tiny House University, an der man während eines Sommerkurses sein eigenes winziges Häuschen bauen kann. Für etwa 50.000 Euro.

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Der Grundriss muss stimmen

Worauf achten, wenn man auf Wohnungssuche ist und sich für die kleine, feine 1- bis 1,5-Zimmer-Wohnung entscheidet? Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden, doch wenn man einige Grundregeln beachtet, kann man ganz leicht das Maximum aus 30-40 Quadratmetern herausholen.

Die Krux an der Einzimmerwohnung ist, dass man mehrere Zimmer in nur einem Zimmer unterbringen muss: Schlaf-, Wohn- und Esszimmer, Büro sowie die Küche. Das Bad ist glücklicherweise ja meist vom Wohnraum getrennt. Optimal ist es, wenn die Küche in einem kleinen Extraraum ist und es zusätzlich noch einen Balkon gibt. 

Der perfekte Grundriss? Der hat wenig Trennwände und ist offen gestaltet, so dass man sich ganz individuell einrichten kann. Wenn man doch eine Trennwand einbauen lassen will? Dann zuvor unbedingt den Vermieter fragen! Auch wenn eine Rigipswand schnell wieder demontiert ist: Bauliche Veränderungen der Mietsache (z. B. Einziehen oder Entfernen von Zwischenwänden, Erstellen von Mauerdurchbrüchen, Einbau einer Etagenheizung) darf der Mieter grundsätzlich nur mit Einwilligung des Vermieters durchführen.

Das 1x1 für kleine Räume

  • Prioritäten setzen: Kaufen Sie nur die Möbel, die Ihnen persönlich wichtig sind. Arbeiten Sie viel zuhause? Dann einen größeren Office-Space einplanen. Ihre Freunde kommen oft vorbei? Investieren Sie in ein größeres Sofa.

  • Die Wirkung von Farbe: In einem Apartment sollte alles weiß sein? Nicht unbedingt! Helle Pastellfarben und kühle Blau- und Grüntöne eignen sich ideal für kleine Räume, weil sie für Weite und Offenheit sorgen. Dunklere Farbakzente geben dem Raum, wenn sie gezielt eingesetzt werden zusätzliche Tiefe: Die Innenseite des Bücherregals, der Heizkörper oder eine farbige Wand zum Beispiel.

  • Dezent einrichten: Kleine Räume wirken schnell vollgestellt. Behalten Sie beim Einrichten eine klare Linie und verwenden Sie ausgewählte Möbelstücke, die nicht zu überladen wirken.

  • Praktisches mit Lieblingsstücken kombinieren: Die alte Vitrine von Oma Gertrude wollen Sie unbedingt behalten? Auf jeden Fall! Liebhaberstücke lockern den Look in der Kombi mit Stauraum-Möbeln auf.

  • Maßanfertigen lassen: Viele Möbel von der Stange kann man nicht perfekt stellen. So verschenkt man kostbaren Platz! Eine Maßanfertigung schafft Abhilfe.

  • Die richtigen Materialien: Ein Spiegel täuscht zusätzliche Fläche vor und macht einen Raum optisch größer. Einen ähnlichen Effekt haben glänzende Oberflächen.

  • Bewegbare Raumtrenner: Um einen offenen, hellen Look zu bewahren, lieber auf leichte Vorhänge oder Paravents als Raumtrenner setzen. Die kann man zudem auch mal auf die Seite schieben.

  • Auf Multifunktionsmöbel setzen: Ein Schreibtisch, der sich aus dem Regal klappen lässt, als Esstisch dient oder das klassische Schlafsofa - Möbel mit mehreren Funktionen sind in der kleinen Wohnung ein Muss.

  • Viele kleine Lichtquellen: Statt mit einer großen Lampe lieber Akzente durch Licht setzen. So wird der Raum optisch erweitert.

  • Ordnung halten: Bei wenig Stauraum ist es umso wichtiger, Ordnung zu halten, um ein tolles Erscheinungsbild Ihres Zuhauses aufrechtzuerhalten.