Heiztypen im Vergleich

Nicht nur die japanischen Schneeaffen wärmen sich durch heiße Quellen, die alten Römer entdeckten dasselbe Prinzip bereits im ersten Jahrhundert nach Christus. Mit dem begrenzten Erdölvorrat ist heute Geothermie das Stichwort der Stunde. Welche Heizungsarten es gibt und wie Sie die richtige Heizung für Ihre Immobilie finden.

Alle Heizungstypen auf einen Blick

Welche Heizung für welche Immobilie?

Heizungsumstieg: Staatliche Fördermöglichkeiten

Alle Heizungstypen auf einen Blick

Gasheizung

Gasheizungen sind in Deutschland mit Abstand die am weitesten verbreite Heizungsart. Sie können entweder mit Erd- oder Flüssiggas betrieben werden. Außerdem kann ein Warmwasserspeicher an sie angeschlossen werden.

  • Pro: Ausgereifte Technik, umweltfreundliche Verbrennung
  • Contra: steigende Gaspreise, fossiler Brennstoff


Ölheizung

Sie ist nach der Gasheizung der zweite Spitzenreiter in deutschen Häusern. Moderne Ölheizungen sind sparsam, ressourcenschonend und geben in der Brennstoffversorgung zudem Unabhängigkeit von den Anbietern.

  • Pro: Heizöl preiswerter als Gas, hohe Energieausbeute
  • Contra: Hoher Platzbedarf, steigende Heizölpreise

 
Fernwärme
 

Fernwärme ist die Versorgung von Gebäuden mit thermischer Energie, also Warmwasser und Heizwärme. Diese Energie wird meist direkt von unterschiedlichen Versorgern wie Kohlekraftwerken und auch Geothermie über Rohrleitungen in die Häuser geliefert.

  • Pro: Platzersparnis, hoher Komfort
  • Contra: Nicht überall erhältlich, langfristige Bindung an Erzeuger

Solarthermie 

Auch wenn es manchmal nicht so anmutet, die Sonne scheint in Deutschland in ausreichender Länge und Intensität, um Solarkollektoren wirtschaftlich zu betreiben: In Gebäuden kommt die Solarthermie durch Kollektoren auf dem Hausdach vor allem als Heizung oder zur Warmwasseraufbereitung infrage.

  • Pro: Gut kombinierbar mit anderen Heizungen, Fördermöglichkeiten
  • Contra: hohe Anschaffungskosten, geringere Effizienz in Norddeutschland

 
Wärmepumpe

Wärmepumpen machen die Energie aus Luft, Grundwasser und der Erde zu wohnlicher Wärme. Diese erneuerbaren Energien hebt eine Wärmepumpe auf ein zum Heizen geeignetes Niveau.

  • Pro: Hohe Ersparnis fossiler Brennstoffe (etwa 75%), sehr umweltfreundlich
  • Contra: Hoher Platzbedarf, hohe Anschaffungskosten

 
Elektroheizung

Heizungen, die mittels Strom über Heizdrähte oder -spiralen Wärme produzieren. Sie können grob unterschieden werden danach, ob sie die Wärme speichern, teilweise speichern oder direkt abgeben oder ob die Wärme durch Infrarotstrahlung oder durch die Erwärmung von Luft erzeugt wird.

  • Pro: Günstige Anschaffung, kein Brennstoff nötig
  • Contra: Schlechter Gesamtwirkungsgrad, hohe Betriebskosten

Pelletheizung

Wer Brennstoffkosten reduzieren und gleichzeitig möglichst umweltfreundlich heizen möchte, kommt an einer modernen Pelletheizung kaum vorbei. Die Holzpellets werden periodisch an die Brennkammer der Pelletheizung geliefert - automatisch.

  • Pro: Günstige Betriebskosten, hohe Umweltfreundlichkeit
  • Contra: Hohe Anschaffungskosten, hoher Platzbedarf

Kamin 

Loderndes Feuer, das nicht nur schön aussieht, sondern auch den Wohnraum heizt. Ein Kamin- oder Kachelofen war früher nicht wegzudenken beim Hausbau und ist auch heute noch gängiges Heizmittel.

  • Pro: Nutzung nachwachsender Rohstoffe, geringe Emissionswerte
  • Contra: Konstant notwendige Nachbefeuerung, Sicherheit

Welche Heizung für welche Immobilie?

Die alte Ölheizung rauswerfen und stattdessen auf Holzpellets umsteigen? Eine Wärmepumpe für den Neubau? Oder doch lieber ein Fernwärmeanschluss?

Wer sich über die vielen Heizungstypen informiert, begibt sich wortwörtlich auf heißes Terrain - denn die vielzähligen Möglichkeiten überfordern schnell. Trotzdem: Es gibt für jede Immobilie die passende Heizung!

Entscheidungshilfe gibt es auf vielen Immobilienseiten: Mit wenigen Angaben über die zu heizende Fläche, den Gebäudetyp und sonstiger räumlicher Gegebenheiten gibt es Tipps, welches Heizsystem zur Immobilie passt und ob sich ein Umstieg lohnt.

So schlägt der Heizungsfinder zum Beispiel für ein Einfamilienhaus, Neubau, mit einer Wohnfläche von 125 m², Öl- oder Pelletheizung als langfristig kostengünstigste Alternativen vor. Für ein gleichgroßes Reihenhaus, Baujahr 1983, mit bestehender Ölheizung jedoch eine Erneuerung der Ölheizung oder aber den Umstieg auf eine moderne Gasheizung.

Die Entscheidung sollte immer nach individuellen Bedürfnissen und persönlichen Zielen, wie die Reduzierung der Investitionskosten oder langfristiger Ersparnis, gefällt werden.

Heizungsumstieg: Staatliche Fördermöglichkeiten

Die Energiewende bringt vor allem eines mit sich: Umstieg! Damit dieser gelingt, fördert die Bundesregierung Privatpersonen und Firmen, die mit erneuerbaren Energien heizen. So gibt es zahlreiche Projekte, in denen Heizungssanierer, Bauherren und Umsteiger belohnt werden.
 
Wer eine Umrüstung der heimischen Heizung auf erneuerbare Energien plant, kann sich bei einem der rund 500 unabhängigen Energieberater der Verbraucherzentrale informieren.

Ob Basis-Check von Strom- und Wärmeverbrauch für zehn Euro oder eine Analyse des gesamten Heizsystems für 40 Euro: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert diese Beratungsmaßnahme - deshalb gibt es individuelle Beratung zum Schnäppchenpreis.

Das Marktanreizprogramm des BMWi lockt Hauseigentümer mit Zuschüssen für Solarthermie, Wärmepumpen und Biomasseanlagen. Für eine Solarthermieanlage, die nicht nur Warmwasser bereitstellt, sondern auch die Heizung unterstützt, bekommen Umsteiger mindestens 2.000 Euro Förderung, für den Einbau einer Wärmepumpe mit Erdsonde gibt es mindestens 4.500 Euro.

Noch mehr Förderung, nämlich 20 Prozent Zusatzbonus und 600 Euro Investitionszuschuss, gibt es, wenn man seine alte Öl- und Gasheizung gegen eine moderne Anlage tauscht, die erneuerbare Energien nutzt.

Mehr Informationen zu weiteren Fördermöglichkeiten und Vorteilen des Umstiegs gibt es unter "Deutschland macht's effizient".